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Högersdorf, der 20.12.2014 um 16:03 Uhr
Pressespiegel 2004

Segeberger Zeitung | 27. Dezember 2004

Rotenhahn: Kreative Ideenschmiede im Gewerbegebiet

"Ich fand immer, das Haus hat ein Gesicht", sagt Nine Winderlich und zeigt auf ihr fröhliches Portrait eines Hauses. Nebenan hängt ein Tierbild, im Neumünsteraner Zoo hat sie sich die Anregungen dazu geholt. Für Kunden fertigte sie ein mannshohes Blumengemälde an. Ob Malerei im Riesenformat von zwei mal drei Metern oder Illustrationen für ein Buch oder eine Visitenkarte, Nine Winderlich setzt ihre Kreativität gern dafür ein. "Ich liebe die Vielfalt meiner Arbeit. Gern mache ich etwas für Kunden und gehe auf ihre Wünsche und Ansprüche ein. Aber wenn ich male, bin ich frei", sagt die junge Frau. Sie hat ihr Atelier im kleinen Gewerbegebiet Lehfenfelde an der B 206 in Rotenhahn eingerichtet.

Sie bezeichnet sich selbst als Bildermacherin. Flyer, Anzeigen oder Broschüren aus ihrer Ideenschmiede sind im Segeberger Raum weit verbreitet. Denn sie arbeitet unter anderen für die Segeberger Kliniken und das Vitalia Seehotel. "Grün ist eine Farbe, die zum Bereich Gesundheit passt", erklärt Nine Winderlich und zeigt ein Faltblatt zum Tag der offenen Tür im Vitalia Gesundheitszentrum. Farben spielen eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit. Das wird im Gespräch mit der 32-Jährigen schnell klar. Davon zeugt nicht nur das leuchtende Blau der überdimensionalen Blumen auf ihrer jüngsten Auftragsarbeit. „Ich will Bilder malen, die so noch nicht da sind“, betont sie. "Wenn ich male lege ich viel Herz mit hinein", bekennt die Künstlerin.

Bevor sie zu Pinseln und Acrylfarbe greift, fertigt die Künstlerin gern eine Collage an. Dazu klebt sie Fotos und Zeitungsausschnitte zusammen. Diese dienen dann als Entwurf für das spätere Bild. Am liebsten malt sie mit Acrylfarben auf Papier. "Die Arbeit mit Öl auf Leinwand dauert mir zu lange. Das liegt mir nicht", erzählt die 32-Jährige. Auch die kleinformatigen Bilder, etwa aus der Serie mit Zootieren, spielen mit Farben.

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Lübecker Nachrichten | 22. Dezember 2004

Die Gemeinde Högersdorf steckt in der Finanzklemme

"Wir müssen die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben verringern", sagte Bürgermeister Arnold Wilken am Montagabend auf der Einwohnerversammlung im Bürgerhaus in Högersdorf.

Doch Ausgaben, wie zum Beispiel die Schulumlage mit rund 50 000 Euro lassen sich nicht vermindern. Ein neues Feuerwehrauto wäre wichtig. Das alte ist zwar durch den TÜV gekommen, kann aber mit 37 Dienstjahren jeder Zeit ausfallen.

"Die Einnahmen durch die Einkommensteuer werden immer weniger. Wir müssen die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern um 40-Prozentpunkte erhöhen, wenn wir die Wasser- und Abwassergebühren nicht verändern wollen", erklärte Wilken. Was die Veränderungen von Hartz IV mit sich bringen werden, sei noch ungewiss. Gewiss dagegen ist, dass ein Rad- und Wanderweg von Högersdorf nach Rotenhahn gebaut werden muss. Und der Bau wird die Gemeinde Högersdorf rund 80 000 Euro kosten. "Wir müssen jetzt handeln und Mittel beantragen - sowohl beim Land als auch beim EU-Programm Leader+. Wir brauchen den Radweg, er wird für unsere Kinder ein wichtiger Weg zum Schulzentrum in Bad Segeberg während der Bauarbeiten für die Autobahn A 20 sein", erklärte der Bürgermeister. "Der Autobahnbau startet 2008, früher als wir gedacht haben", ergänzte Ullrich Jordan vom Planungsausschuss und ging auf weitere Details des Baues ein. So vergrößert sich zum Beispiel die Entfernung von Högersdorf nach Bad Segeberg. Högersdorfer Autofahrer müssen dann das Autobahnkreuz in einem großen Bogen umfahren und werden Segeberg am Kreisel bei der Kaserne erreichen.

Von Silvie Domann, LN

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Lübecker Nachrichten | 12. Dezember 2004

Segebergs Christen gedenken des vor 850 Jahren gestorbenen Vicelin

Ohne ihn wäre Segeberg nicht gegründet worden, Marienkirche und andere Gotteshäuser verdanken ihm ihre Entstehung: Vicelin. Heute vor 850 Jahren ist er gestorben. Die Nordelbische Kirche und die Erzdiözese Hamburg gedenken ihrem Apostel. Er war Missionar und erster Bischof in Ostholstein und Lübeck.

Er wurde als Heiliger verehrt, denn er hatte der Verbreitung des Christentums nordöstlich der Elbe sein Leben gewidmet. Segebergs Propst Dr. Klaus Kasch hob hervor, dass Vicelin das Evangelium auch als Kulturleistung betrachtete, "das den Menschen im Leben hilft". Er setzte auf die Kraft des Wortes. Das Tragische an der Figur des Apostels der Holsten und Wagrier war aber, dass er selbst nie die Früchte seiner unermüdlichen Missionierung und Predigten erleben konnte. Die Lage in seinem Sprengel, den er von seiner Kirche und seinem Kloster in Neumünster aus verwaltete, blieb zu seinen Lebzeiten "trostlos". Insbesondere in Oldenburg, eigentlich Bischofssitz "fiel die christliche Botschaft kaum auf fruchtbaren Boden", schreibt Wolf Werner Rausch vom Nordelbischen Kirchenamt in einer Broschüre über Vicelin, die jetzt erschienen ist.

Es muss eine chaotische Zeit der politischen und religiösen Umwälzungen in Ostholstein gewesen sein, als nach 200 Jahren erfolglosen Versuchen von Kaisern und Herzögen die slawischen Wagrier zu kolonialisieren und zum Christentum zu bekehren, ein neuer Missionar zu den Heiden kam. Der vom Missionsgedanke regelrecht beseelte Priester Vicelin wurde vom Bremer Erzbischof 1126 an "die Front" geschickt. Nachdem sich schnell herausgestellt hatte, dass die Gründung einer Kirche und einer Kloster-Gemeinschaft im heutigen Neumünster für die Missionsarbeit nicht ausreichte, kam der Segeberger Kalkberg - damals noch ungleich größer und imposanter als heute - in das Blickfeld Vicelins. Hier sollte eine Burg entstehen. Ein ehrgeiziger Plan.

Dass Vicelin nun wahrlich kein "Weichei" war (so drückt man es heute flapsig aus) steht auch in der zwischen 1167 und 1172 verfassten Slawenchronik des Pfarrers Helmold von Bosau. Der war ein glühender Verehrer von Vicelin. Der spätere Bischof hatte in jüngeren Jahren eine Schule in Bremen geleitet. Dabei sei nichts an Vicelins Benehmen "unvollkommen" gewesen, "außer dass er beim Züchtigen der Zöglinge mit Schlägen nicht Maß hielt", berichtete Helmold. Daher liefen ihm auch zahlreiche Schüler davon, "und er ward als grausam verschrien". Wer aber "seine Zuchtrute aushielt", der wuchs an Wissen, Klugheit, Würde und Anstand.

Kurzum: Vicelin war wohl für die hiesigen Slawen der richtige Mann am richtigen Ort. "Roh, barbarisch" und als "sture Waldesel" bezeichnet Helmold die zukünftigen Schäflein des neuen Priesters.

Anders als andere religiöse Eiferer missionierte Vicelin nicht mit der "eiserne Zunge", also dem Schwert, sondern mit der Gabe seiner Rede. 1134 gewann er nun den Segen von Kaiser Lothar für seine Missionsstrategie. Er regte bei Kaiser Lothar auf dem Kalkberg die Errichtung einer Burg an, unter dessen Schutz er 1135 eine Kirche und ein Klosterstift errichten konnte.

Sogar die Slawenfürsten halfen mehr oder minder freiwillig beim Bau der Siegesburg mit, obwohl sie befürchteten, dass der "kleine Kahlkopf", wie sie Vicelin nannten, ihre Macht in Plön, Oldenburg und Ratzeburg brechen würde.

Der Burgbau war die Geburtsstunde des heutigen Bad Segebergs. Vicelin brachte von hier aus die frohe Botschaft des Evangeliums unter die Leute. Die junge Kirche geriet dabei immer wieder zwischen die Fronten. Nach dem Tod von Kaiser Lothar nutzten die heidnischen Wagrier die unsichere politische Lage für einen Angriff auf Segeberg. Hier ging alles in Flammen auf.

Vicelin verlegte den Segeberger Kloster um 1140 in das heutige Högersdorf (slawisch "cuzalina"). Ausgerechnet ein Kreuzzug gegen die Wenden führte 1147 zu schweren Rückschlägen der Mission Vicelins. Die Kreuzritter zerstritten sich, die Wenden wurden sogar gestärkt. Ein Jahr später entschied der Hamburger Erzbischof Ha????h???d???d?d??rtwig, Vicelin zum Bischof für das Bistum Oldenburg zu weihen. Da das passierte, ohne den Landesherrn Heinrich den Löwen zu fragen, gab es mit dem schmollenden Heinrich mächtig Ärger. Beim Aufbau seines Bistums bekam Vicelin von weltlicher Seite deshalb keine Hilfe.

Es war die Strategie Vicelins, Feldsteinkirchen zu bauen, die mit ihren runden Türmen eher wie kleine Burgen aussahen. Bei Bosau am Plöner See setzte Vicelin so den Grundstein für die St.-Petri-Kirche. Damit hatte er einen Hauptstützpunkt für die Missionierung in Wagrien errichtet. Damit nicht genug: Neben der Marienkirche in Segeberg, einer Kirche in Lübeck, verdanken Gotteshäuser in Bornhöved und Oldesloe ihre Gründung seiner Initiative. Zahlreiche Feldstein-Gotteshäuser, meist mit dem charakteristischen Rundturm, wurden erst nach seinem Tod errichtet. Dazu gehören auch die Kirchen von Sarau, Pronstorf und Warder.

Lange konnte Vicelin das Bischofsamt nicht ausüben: Im Frühsommer 1152 erlitt er einen schweren Schlaganfall. Helmold von Bosau fand dafür folgende Worte: Er "ward von Gott geschlagen und so gelähmt, dass ihm eine Hand und ein Fuß, kurz die ganze rechte Seite erstarrte; was aber schlimmer war: er verlor die Sprache". Der große Prediger war verstummt. Nach langem Krankenlager starb Vicelin am 12. Dezember 1154 im Kloster Neumünster. Seine Grabstätte ist nicht bekannt.

Von Wolfgang Glombik, LN

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Hamburger Abendblatt | 12. Oktober 2004

Wie eine Explosion Bad Segeberg rettete

Erinnerungen: Hobbyhistoriker schrieben eine Chronologie von der Zerstörung während der letzten Luftkriegsjahre

Von Frank Knittermeier

Kreis Segeberg - Freitag, 13. April 1945 - der Tag, an dem Bad Segeberg einer Katastrophe entging. "Next target on the way" lautete der Befehl, den der amerikanische Bomberpilot erhielt. Und das nächste Ziel auf dem Weg war Bad Segeberg. Zuvor hatte eine US-Bomberstaffel einen Angriff auf Neumünster geflogen, aber die zehn Bomben lösten sich nicht aus dem Schacht der Maschine. Der Pilot lenkte seine Maschine in Richtung Bad Segeberg, peilte den Kirchturm an und warf die Bomben über der Altstadt ab. Und dann geschah etwas, das bis heute unfaßbar ist: Eine der Bomben ist offenbar noch im Flugzeug scharf geworden. Sie flog zusammen mit den anderen Bomben heraus, detonierte aber etwa 100 Meter unterhalb des Flugzeuges. Von der Explosion wurden die anderen Bomben erfaßt, Splitter flogen so hoch, daß sieben Flugzeuge des Geschwaders getroffen wurden. Ein Flugzeug stürzte in Bebensee ab, ein anderes kam bis Ratzeburg. Bad Segeberg war gerettet.

Details dieser Art stehen in einem Buch, daß einige Hobbyhistoriker aus dem Kreis Segeberg recherchiert, verfaßt und als Arbeitskreis Geschichte im Amt Segeberg-Land herausgegeben haben: "Die Straße der Bomber" ist eine bebilderte Chronologie von Wahnsinn, Waffen und Zerstörung während der letzten Luftkriegsjahre im Kreis Segeberg. "Es gibt nahezu keinen Ort, in dem keine Bomben gefallen sind", stellt der Kisdorfer Gemeindepolitiker Peter Schiller (67) fest, der sich schon seit vielen Jahren mit dieser Thematik beschäftigt und zu den fünf Autoren des Buches gehört. "Viele Menschen sind auch in unserer Umgebung umgekommen, sei es durch die Bombardierung oder durch die gegen Ende des Krieges allgegenwärtigen Tiefflieger. Den Titel "Straße der Bomber" haben die Autoren gewählt, weil die alliierten Bomberverbände die nördliche Route durch den Kreis wählten, um große Städte in Norddeutschland anzufliegen oder Berlin und Ostdeutschland zu erreichen.

Zu den eindrucksvollsten Ereignissen dieser Zeit gehört auch die Luftschlacht bei Kaltenkirchen, bei der viele deutsche und amerikanische Luftwaffenangehörige ihr Leben lassen mußten. Ein US-Bombengeschwader wurde hier von einem in Niedersachsen gestarteten deutschen Jagdgeschwader abgefangen, vier Maschinen abgeschossen. Zu den Überlebenden dieses Gemetzels in der Luft gehört Sergeant Robert L. Black: Seine Maschine stürzte bei Rotenhahn auf einen Acker. Von den zehn Besatzungsmitgliedern fanden sieben den Tod. Ein deutscher Pilot rammte mit seinem Flugzeug ein US-Flugzeug. Unter den Toten war auch Pilot Martin Hoskinson, der seine Frau und ein vier Monate altes Kind hinterließ. Seine Tochter stellte den Autoren des Buches ein Bild ihres Vaters, den sie selbst nie kennengelernt hat, zur Verfügung.

In dem Buch "Die Straße der Bomber" wird über die Flugplätze im Kreis Segeberg und über Truppen, die hier stationiert waren, berichtet. Der geschichtliche Überblick wird durch Einzelschicksale ergänzt und auf eine menschliche Ebene gehoben. "Archivmaterial war ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, aber erst die persönlichen Schilderungen machen die Erinnerungen lebendig", sagt Peter Schiller, der das Buch zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Edgar Winter (67) aus Geschendorf, Dieter Harfst (63) aus Westerrade, Michael Sappl (51) aus Bad Segeberg und Olaf Weddern (33) aus Latendorf verfaßt hat.

Beschrieben wird der letzte Flug eines deutschen Jägerpiloten, der gegen Ende des Krieges recht bedeutende Militärflughafen Kaltenkirchen, der Scheinflugplatz Klein Kummerfeld und die Luftnachrichtengruppe in der Region. Beiträge über abgestürzte und notgelandete Flugzeuge ergänzen die Schilderungen über den Luftkrieg im Kreis Segeberg. Recherchiert wurde beim Landesarchiv Schleswig-Holstein, im Militärarchiv Freiburg sowie in den nationalen Archiven von England und USA.

Das 278 Seiten starke Buch "Der Luftkrieg in unserer Region" kostet 14,50 Euro. Es kann bei Hans Rahlf, Bussardweg 52, in 23795 Bad Segeberg (E-Mail: hansrahlf@aol.com) bezogen werden.

erschienen am 12. Oktober 2004 in Norderstedt

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Segeberger Zeitung | 18. Februar 2004

Högersdorf: Erste Frau in der Wehr

Mit Monika Stark-Bruhn wurde nach bestandener Anwärterzeit die erste Frau in die Feuerwehr Högersdorf aufgenommen. Ihr Ehemann Rüdiger Bruhn und Björn Heuer, der aus der Wittenborner Jugendwehr übernommen wurde, sind weitere Verstärkungen. 21 Aktive, vier Ehrenmitglieder, ein Mitglied in der Jugendfeuerwehr Wittenborn und 35 fördernde Mitglieder gehören zur Wehr.

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Segeberger Zeitung | 22. Januar 2004

Rotenhahn: Christiansen dicht, Hartmut Hayn öffnet

In den ehemaligen Kfz- und Landmaschinenbetrieb Christiansen kommt wieder Leben.

Nach 75 Jahren waren im Dezember 2003 die Türen geschlossen worden. Am Montag, 2. Februar, eröffnet Hartmut Hayn (39) ein ähnliches, aber neues Unternehmen.

Er setzt teilweise andere Schwerpunkte. Er bietet Nutzfahrzeuge, Motorgeräte, Transporter, Pkw-Service, Dekra-Stützpunkt, Bremsenprüfstand und Baumaschinenvermietung, vom Bohrgerät bis zur Rüttelmaschine. Das Angebot soll breit gestreut sein. Geräte werden verkauft und auch vermietet.

Kopf des Unternehmens ist Hartmut Hayn. Dem Kfz-Meister stehen seine Frau, drei Gesellen und eine Bürokraft zur Seite.

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